Idyllwild – Big Bear City (428 km)

Zuallererst ein kleiner Nachtrag:

Anna hatte Geburtstag und ich hatte es im letzten Beitrag gar nicht erwähnt! 😶 Dieser wurde PCT-gemäß in Staub und Dreck zelebriert und hinterließ am Ende des Tages ein sehr müdes und wahrlich entkräftetes Geburtstagskind (es war ein 10before10-Tag). Hier das Abendprogramm: Wasser filtern am Tümpel! 🥳

Party on

Und nun der nächste wichtige Punkt im Protokoll:

Den letzten Tag in Idyllwild nutzten wir zur ausgiebigen Planung unserer nächsten Etappen bis Big Bear City. Dies war wichtig, da der einzige Ort nach Überquerung des Mount St. Jacinto (Cabazon) zwar jede Menge Fastfood-Läden und ein riesen Casino bereit hält, jedoch keinen richtigen Supermarkt, um die Vorräte aufzufüllen (ich bin mir zu 90% sicher, dass irgendein sehr optimistischer Wanderer in meinem Beisein laut überlegt hatte, etliche Cheeseburger in seinen Rucksack zu stopfen). In Cabazon gibt es aber noch etwas anderes, nämlich ein Postamt! Und das bedeutet, man kann sich ein Essenspaket schnüren, an das dortige Postamt adressieren, dann den Haferflocken und Ramennudeln hinterherwandern und sie am Zielort wieder in den Essenssack packen. Im Grunde ein Wettlauf, den man im besten Falle verlieren sollte. Also setzten wir uns zusammen, planten die einzelnen Wandertage bis Cabazon und danach bis Big Bear City (ehrlich gesagt plante Larissa fast alles im Alleingang für uns und wir skandierten zu jedem Vorschlag Gute Idee! Super!) Heraus kam schließlich dieser Plan:

Für vier Tage Essen kaufen bis Cabazon und dann nochmal für vier Tage bis Big Bear City, die wir dann mit der Post verschicken. Doch dann unterliefen uns zwei Fehler… Wobei der erste eigentlich eher als ein kleines Missgeschick von Anna bezeichnet werden darf. Ich hatte sie noch gewarnt, den Kardinalfehler zu begehen und mit leerem Magen einkaufen zu gehen, doch es half leider nichts. Die Gute hatte entweder etwas falsch verstanden und gedacht, sie müsste Vorräte für zwei Wochen bis Big Bear City einpacken oder sie war schlicht und ergreifend im Hungertunnel, als sie durch den Supermarkt zog. Wie dem auch sei, aus einem Paket, das sie und ich uns teilen wollten, wurden anderthalb Pakete. Jeweils Größe XL!

Der zweite Fehler war allerdings ein wenig dramatischer: als alles fertig geplant war, die Lebensmittel eingekauft und teils verpackt waren und ich mich gerade schon halb auf dem Weg zur Post befand mit meiner bescheidenen Tüte und dem tonnenschweren Sack von Anna, stellte Larissa plötzlich fest, dass das Postamt in Cabazon am Wochenende geschlossen hat. Und wir wären dort samstags angekommen! Da die Idee, das komplette Wochenende im Casino zu verharren bis montags die Post öffnet, nur in meinem Kopf kurzzeitig zu reifen begann (und dort auch unausgesprochen wieder verworfen wurde) musste schnell eine Lösung her! Es blieb uns auf die Schnelle nichts anderes übrig, als alle Vorräte für acht Tage in den Rucksack zu packen. Zusammen mit der Eisaxt und den Mikrospikes kam da ein ordentliches Gewicht zusammen… Zur Post musste ich dennoch schnell rennen (20 Minuten bis Schließung), da ich dennoch aus Gewichtsgründen (des Rucksacks!q) ein paar Klamotten los werden wollte und darüber hinaus Annas Lebensmittel trotz allem immer noch knapp anderthalb Pakete füllen sollten. Ich denke, sie zehrt in den Sierras noch davon.

Und so machten wir uns am nächsten Tag mit viel zu schweren Rucksäcken auf ins St. Jacinto Gebirge. Der gute alte Grumpy holte uns um sieben Uhr an der Unterkunft ab und entließ uns am Paradise Valley Café zurück in die Wildnis. Der Weg hat uns zu Beginn noch durch die mittlerweile bekannte Wüstenlandschaft geführt, wo an fast jedem Felsen Eidechsen panisch die Flucht ergreifen und sich tollkühn in die Büsche werfen. Nach zwei bis drei Stunden änderte sich dann plötzlich die Szenerie. Echsen und Kakteen wichen Nadelbäumen und Streifenhörnchen und es wurde spürbar kühler, was den Spaßfaktor Wandern um einiges in die Höhe treibt! Anna und ich hatten einen ordentlichen Vorsprung und demnach freie Hand bei der Zeltplatzauswahl. Und das ist für mich bisher eines der schönsten Dinge hier auf der Wanderung: einfach genau dort, wo es einem gefällt, sein Zelt aufzuschlagen und das Nachtlager einrichten. Und das haben wir dann auch getan. Die Aussicht war grandios.

Die nächsten zwei Tage hatten es dann in sich. Trotz des Blizzards waren die Schneebedingungen so günstig, dass wir es wagen konnten, auf den Mt. San Jacinto zu steigen. Da dieser immerhin auf 3300 Metern Höhe liegt, lag uns ein ordentlicher Anstieg bevor. Es wäre schön, wenn ich sagen könnte, dass mir das bewusst war, aber dem war nicht so. Ganz im Gegensatz zu früheren Fernwanderungen, weiß ich manchmal gar nicht so genau, was der jeweilige Wanderweg so an Anstieg und Abstieg mit sich bringt. Teils liegt es an einer Mischung aus Faulheit und Schicksalsergebenheit („Bringt ja alles nix, also los.“), teils ist es aber auch der Tatsache geschuldet, dass ich bisher keinen richtigen Wanderführer zur Hand habe, der mir detailliert erklärt, was heute auf mich zukommt und auf was ich achten soll. Ich weiß noch, wie ich letztes Jahr im August verzweifelt nach einem „Rother Wanderführer Pacific Crest Trail“ gesucht habe. Dass dieser dann ca. trölftausend Seiten lang sein müsste bei der Strecke, kam mir in dem Moment nicht in den Sinn.

Wie dem auch sei, es ging nun also hoch und hoch und immer höher. Wir erreichten die Schneegrenze und kamen irgendwann an den Punkt, an dem das Schultern der Eisaxt und Überziehen der Mikrospikes durchaus Sinn ergab. Da wir uns in diesem Moment ohnehin wie kleine Abenteurer fühlten und Durst hatten, fingen wir Reinhold-Messner-like an, Schnee zu schmelzen. Und hier ein wichtiger Lifehack (in Langweilig: Ratschlag): beim Schnee schmelzen immer erst ein bisschen richtiges Wasser anköcheln und erst dann den Schnee dazu tun! Da Kevin mir diesen Tipp in meinem Fall ein Mü zu spät um die Ecke kam, schmeckte mein erstes Wasser so wie Pullover nach einem langen Abend am Lagerfeuer riechen. Bah!

Das Tragen der Mikrospikes mutet anfangs relativ normal an, doch mit der Zeit hat man das Gefühl, sich zwei Backsteine unter die Sohlen geklebt zu haben, was das Wandern nicht einfacher macht. Dass sie dennoch unerlässlich sind, hat das Beispiel des Dänen Jakob gezeigt, der mir morgens erklärte dass er „die nervigen Teile“ nicht mehr brauche und ohne viel schneller vorankomme, um dann knapp 20 Sekunden später vor mir einen fulminanten Abgang zu machen und knapp an ein paar Felsen vorbei zu rutschen!

Um jetzt allerdings nicht den Eindruck zu erwecken, dass die Tage im St. Jacinto-Gebirge eine einzige Mühsal waren, folgender Hinweis: Die Landschaft und die Ausblicke waren grandios und spektakulär. Teilweise kam ich mir in den fast unberührten schneebedeckten Tannenwäldern vor wie eine Mischung aus Tomte und der Fuchs und Pilgervater auf Truthahnjagd. Die Aussicht vom Gipfel konnte ich danach nicht wirklich in Worten umschreiben, da es ein unfassbarer 360°-Rundumblick war, der sowohl Wüste, Berge und Städte umfasste. Ich umschrieb es für Larissa und Anna mit dem guten alten „Megageil!“

Der Weg nach unten war dann eine einziges Gerutsche, bei der es fast jeden (trotz Spikes) mehrmals hinlegte, den Abstieg dadurch aber zeitlich immerhin deutlich verkürzt hat. Und siehe da, plötzlich nahm die Hitze wieder zu, die Lippen trockneten aus, der schicke Sonnenhut wurde hervorgekramt und ich machte mit der Zinkpaste meinem Trailnamen wieder alle Ehre. Sprich: Die Wüste hatte uns wieder. Und wie sie das hatte. Völlig abgekämpft und dehydriert stolperte ich nach einem 20-Meilen-Tag aus den Bergen und jammerte auf dem Weg zu einer Brücke, unter der alle Wanderer schlafen wollten (wie konnte es nur so weit kommen mit uns) Anna ein bisschen die Ohren voll…Und dann geschahen unglaubliche Dinge! Neben uns hielt plötzlich ein Jeep an. Das Fenster ging runter und ein Amerikaner namens Chris fragte uns, ob er uns mitnehmen solle. Wir stiegen fröhlich und in dem Gefühl, dass damit das maximale Glück des Tages schon erschöpft sein sollte, in das Auto ein und Chris fuhr weiter. Nach ein bisschen Smalltalk äußerte er dann ein paar Fragen, die den kompletten Abend in eine unvorhergesehene Richtung schwenken lassen sollten:

„Was braucht ihr am meisten gerade? Ein Bier?“ „Ja!“

„Eine Dusche?“ „Ja!!“

„Wie wärs mit einem Abendessen?“ „JA!!!“

„Und was sagt ihr zu einem Whirlpool?“ „Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!“

Es war einfach nicht zu glauben, wir durften dann auch noch in seinem Garten übernachten, uns von ihm bekochen lassen und am nächsten Morgen, als er mit seiner Frau Tina schon längst zum Golfen aufgebrochen war, so lange bleiben wie wir wollten. Die Frage, warum Chris uns wie Halbgötter an diesem Abend bewirtete, bleibt bis heute offen. Wir wussten nicht wie uns geschah und schon gar nicht, wie wir uns angemessen bedanken sollten. Wir boten ihm sogar irgendwann an, die Hecken zu schneiden (nicht, dass einer von uns wüsste, wie das geht) oder den Hof zu kehren. Aber er lehnte lächelnd ab. Am Ende muss man einfach festhalten, dass Chris ein guter Kerl ist!

Der restliche Weg bis Big Bear City war, was das Panorama anbelangt, nicht mehr ganz so spektakulär. Dafür gab es wieder einen kleinen Aufreger aus dem Tierreich: unsere erste Klapperschlange! Als ich gerade anfing, einen Podcast zu hören, schlängelte sich ein recht großes Prachtexemplar über den Weg. Ich blieb sofort stehen und dachte, sie hätte mich noch nicht bemerkt. Als sie sich dann aber plötzlich einkreiste, den Kopf hob und zu zischen begann, schoss mir ein großes „Oh sch***“ durch den Kopf. Anna, die mittlerweile hinter mir stand, gab noch zu Bedenken, dass es nur ernst wird, wenn sie zu klappern beginnen, doch es ist klar, was passiert ist, als wir uns einen Schritt auf sie zubewegten. Es war offensichtlich, wer hier Chef im Ring ist und nach kurzer Krisenbesprechung schlugen wir uns abseits des Weges durch die Büsche und gelangten nach ein paar Metern wieder auf den Weg. Was für ein Abenteuer!
Relativierend muss ich aber erwähnen, dass uns erklärt wurde, dass von älteren Klapperschlangen wenig Gefahr ausgeht, da diese ihr Gift nur zur Beutejagd einsetzen. Bei einer Attacke zur Gefahrenabwehr beißen sie einfach nur zu. Gefährlich wird es eher bei jungen Klapperschlangen, da die kleinen Racker ihr Gift noch nicht richtig kontrollieren können. Süß. 🤗
Memo also an mich für den restlichen Trail: Nach alten Klapperschlangen mit Rollator und Freizeit-Revue unter dem Arm Ausschau halten und die kleinen mit Basecap und Giraffe Sophie unter dem Arm eher meiden! ✍️

Mittlerweile sind wir wohlbehalten in Big Bear City angekommen. Die letzten Tage haben allerdings ihre Spuren bei mir hinterlassen, da ich mir ein „Shin Splint“ (und auch hier wieder ein Gruß an die Akademie der deutschen Sprache: Schienbeinkantensyndrom) zugezogen habe und drei Tage pausieren muss. Mal schauen, wie ich die Zeit nutzen werde. Linedance üben oder Klapperschlangenarten auswendig lernen. Immerhin gibt es hier 29 verschiedene…

Zum Schluss noch ein paar Bilder aus den letzten Tagen und ein aufschlussreicher Dialog an einem Morgen in den Bergen:

Ich: „Anna, ich hatte Thunfischstückchen von gestern Abend in meinem Kaffee.“

Anna: „Ich vermische schon seit einer Woche die Reste der verschiedenen Mahlzeiten in meinem Topf. Ich stell mir einfach vor, es wäre Japanisches Fondue, dann geht’s.“

Ich: „Anna, wir leben hier wie Tiere.“

Anna: „Absolut!“

1. Campo – Lake Morena

Nachdem wir unsere Körper die letzten Tage in San Diego noch mit Junkfood und weiteren kulinarischen Schweinereien stählen durften (der Vorrat könnte ja noch überlebenswichtig werden^^), wuchteten wir diese am 16. März endlich in den gecharterten PCT-Shuttlebus, der uns an den Ausgangspunkt des Pacific-Crest-Trails bringen sollte. Mit uns fuhren eine wahnsinnig aufgeregte Kanadierin, ein schweigsamer älterer Amerikaner und ein Däne namens Søren. Die Fahrt dauerte 2 Stunden und wurde mit lustigen Späßen des Fahrers begleitet („Achtung, Border Police! Alle Europäer die Köpfe runter!“). Ein Europäer tat es tatsächlich… 🙂 Es war schon alles sehr spannend. Man plant dieses Abenteuer mehrere Monate oder länger ( Søren 4 Jahre!) und dann geht es plötzlich los. Direkt am Startpunkt trafen wir dann auf weitere Wanderer, mit denen das Smalltalk-Thema Nummer 1 auf dem PCT sofort angegangen wurde: „Wieviel wiegt dein Rucksack so?“ Und dann der beschämt frustrierte Gedanke: „Verdammt, was habe ich falsch gemacht? Die Powerbank kann es nicht sein… 🤔“ Nach den obligatorischen Foto-Shoots am Startpunkt lernten wir noch kurz Marvin aus Rottweil kennen. Da er allerdings weitaus schmaler, jünger und sportlicher erschien, gehe ich fest davon aus, ihn nie wieder zu sehen. Wir suchten also das erste Wegzeichen, folgten diesem, trafen kurz danach auf einer kleinen Wiese auf Holger aus Heidelberg und dann ging es tatsächlich los. Die Landschaft zeigte sich direkt viel schöner als erwartet. Zwischendurch trafen wir eine Familie mit (und jetzt Obacht!) 3 kleinen Kindern, die den Trail ebenfalls laufen. Zumindest so weit die Kinder es schaffen. Søren trafen wir auch wieder. Er hat sich als unser erster Hike-Buddy entpuppt, abends schlug er sein Zelt an dem gleichen Platz auf wie wir und wir aßen gemeinsam zu Abend. Und dann kam der Oha-Effekt des Tages. Søren hatte ich die ganze Zeit als älteren Opi betrachtet, auf den wir ein bisschen Acht geben könnten und der exakt so aussieht wie Petterson aus den Kinderbüchern. Als ich ihn im Laufe des Gesprächs irgendwann fragte, ob er wüsste, wie man eine Eisaxt benutzt (klassisches Thema hier neben Rucksackgewicht) musste er lachen und sagte „Yes“. Er leitete nämlich in den 70ern mehrere Forschungsexpeditionen in Grönland und war leidenschaftlicher Eiskletterer. Was soll ich sagen… Søren verlor sofort jegliche Petterson-und-Findus-Haftigkeit bei mir. Ich hoffe jetzt eher, er kümmert sich um mich, falls es mal schlecht laufen sollte. Auf alle Fälle zeigt er uns den richtigen Umgang mit einer Eisaxt, wenn es in den ersten Schnee geht 🙂

Ich präsentiere: „Sterni“, der mir vom Kinderhospiz Sterntaler am Ende meiner Zeit dort als Wanderbegleitung überreicht wurde. Immer wenn von nun an ein Bild von Sterni erscheint, haben wir eine 100 km-Marke geknackt und die Challenge-Spender wissen Bescheid. 🙂

Nach einer sehr langen und bitterkalten Nacht ging es dann heute weiter an den Lake Moreno. Die größte Herausforderung der ersten Tage stellt das Planen des Wasservorrats dar. Man muss immer gut überlegen, wieviel gerade genug ist, um nicht zu dehydrieren und wann es zuviel wird und man unter dem Gewicht fast zusammenbricht. Für all das gibt es den „Water Report“ und die App „Far Out“, in der Wanderer angeben, ob eine Quelle Wasser führt oder ausgetrocknet ist. Findet man eine, wird sofort der Wasserfilter ausgepackt und alle Flaschen und Soft-Bottles werden wieder aufgefüllt. Am besten macht man auch an jeder Quelle einen sogenannten „Camel-Up“, also soviel trinken wie man nur kann. 🐫 Den zweiten Tag beschreibe ich ein wenig schneller. Es war sehr warm, die Landschaft ähnlich wie gestern, nur ging es ein bisschen mehr bergauf. Zwischendurch habe ich einen nicht ganz so smarten Wanderer gesehen, der einen Strommast hoch geklettert ist um oben „Yeah!“ zu schreien. Kids…

Abends saßen Anna, Søren und Larissa aus Österreich (mit der ich mich schon im Dezember zum gemeinsamen Wandern verabredet hatte) und ich im Diner von unserem Campingplatz am Lake Morena und freuten uns über die besten Burger der Welt. Zumindest für heute…

Breaking News: Gerade als ich die Zeilen hier schreibe, hör ich plötzlich folgendes Tier und flüchte ins Zelt. Ich glaube tatsächlich, es ist ein Koyote… 🤔 Und ich dachte, der krasseste Wildlife-Moment heute wäre die Vogelspinne gewesen, die bei der Mittagspause über meinen Bauch krabbelte und sich als kleiner Käfer entpuppte 🙂

Hört selbst 👀

Hello 🇺🇸

Nachdem die Ankunft in Los Angeles ein wenig holprig verlief (Anschlussflug in Seattle verpasst, verspätet in Los Angeles gelandet, leider ohne Koffer👌), konnten Anna und ich nach erfolgreicher Jetlag-Bekämpfung in die letzten Vorbereitungen für die Wanderung starten. Moment: Wer ist Anna? Anna ist eine Freundin aus Heidelberg, die kurzfristig beschlossen hat, mich 2-3 Monate auf dem Weg zu begleiten.

Das ist Anna

Die Tage in Los Angeles und San Diego bestanden fast nur darin, verschiedene Geschäfte abzuklappern und die Ausrüstung zusammenzustellen. Was das Ganze ein bisschen tricky macht, ist die Tatsache, dass alles immer möglichst wenig Gewicht haben sollte gepaart mit größtmöglicher Funktionalität. Daraus ergibt sich letzen Endes vor allem maximaler Schwund im Geldbeutel in rekordverdächtiger Geschwindigkeit. Schmelzpunkt des Geschehens war der Outdoorladen REI, der wirklich ALLES im Sortiment hat, was man für eine Wanderung wie den Pacific Crest Trail benötigt. Vom wasserdichten Notizblock über Eisäxte in allen Farben bis hin zu Toilettenschaufeln und kleinen Duschen für Geschäft #2. Hier ein paar Bilder:

Ein weiteres Thema, das wir heute erledigt haben, ist die „Resupply-Strategie“, also der Versorgungsnachschub. Dieses Thema beschäftigt alle Wanderer auf dem PCT immens. Man sollte sich vorher einen kleinen Plan machen, an welchen Orten man seine Essensvorräte wieder auffüllen möchte und wie viel man bis dahin an Nahrungsmitteln einplanen sollte. Einige schicken sich auch schon vorher mit Essen gefüllte Pakete im Voraus an bestimmte Orte, die im Laufe der Zeit erreicht werden. Ich habe mich vorerst gegen diese Strategie entschieden, da ich erstens eine Niete im vorausschauenden Planen bin und zweitens gerne spontan entscheiden würde, was ich die nächsten Tage essen will. In Kalifornien lässt sich das gut machen, da es alle paar Tage einen kleinen Ort gibt, wo man seine Vorräte auffüllen kann. In Oregon und Washington wird das später etwas schwieriger, aber bis dahin ist es ja noch ein Weilchen. Heute haben wir also erstmal für 1,5 Tage eingekauft. Das Essen wird möglichst in Beutel verpackt, um Müll auf dem Weg zu vermeiden („Leave no waste“). Hier ein paar Bilder vom kulinarischen Programm der nächsten Tage und in ähnlicher Form wahrscheinlich nächsten Monate. 🙂